In der Hochphase des Imperialismus begann zwischen den europäischen Mächten ab 1880 bis zum Ersten Weltkrieg ein "Wettlauf um die afrikanischen Kolonien". Dies bedeutete für die indigene Bevölkerung Ausbeutung als Arbeitskräfte, Dezimierung durch Konflikte und Krankheiten, Verdrängung ihrer Kultur durch christliche Missionierung.
Bedingt durch die katastrophalen Verluste während des Zweiten Weltkriegs begann spätestens seit den 50er Jahren des 20. Jh. eine Phase der Dekolonisation, da die Großmächte sich ihre Kolonien einfach nicht mehr leisten konnten.
Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen, die ehemaligen Kolonien werden weiterhin in wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten, dienen sie doch dem globalen Norden als Rohstofflieferanten, bzw. Rohstoffproduzenten.
Vier sehr unterschiedliche Texte, die wir diskutieren wollen, beleuchten Etappen dieses Prozesses, besonders unter dem Aspekt der kulturellen Identität der afrikanischen Völker, aber auch der Verantwortung der ehemaligen "Eroberer".
Navid Kermani, In die andere Richtung jetzt. Eine Reise durch Ostafrika, München 2024. (Erscheint im Juli 2026 als Taschenbuch)
Dieses Sachbuch umfasst eine Reihe von Ostafrika-Reportagen, die der Autor für "Die Zeit" verfasst hat. Sie beeindrucken sowohl durch die vielen persönlichen Gespräche mit Menschen "vor Ort", als auch durch eine positive Sichtweise, die in Krisen auch Chancen und Entwicklungen sehen kann