In der späten Herbstzeit, wenn die Tage dunkler und das Wetter kälter wird, wurden früher im Schein der Kerzen und Lampen Märchen erzählt und vorgelesen. Diese Erzählungen, geprägt von Gestalten wie dem Froschkönig, Rumpelstilzchen, Brüderchen und Schwesterchen oder Schneewittchen, verbinden seit Jahrhunderten die Generationen mit ihren spannenden Abenteuern und moralischen Anregungen.
In diesem Sinne sind Märchen Brücken zwischen den Generationen. Indem wir die Geschichten unserer Vorfahren teilen, bewahren ein kulturelles Erbe und geben gleichzeitig Impulse für eine werteorientierte Zukunft weiter. In einer Welt, die oft von Hektik und Distanz geprägt ist, bieten diese Erzählungen einen Raum der Besinnung und der zwischenmenschlichen Begegnung.
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Jutta Höfel stellt die Entstehung der Grimmschen Sammlungen vor und wirft einen Blick auf die historischen Umstände, die zur Erforschung »deutscher« Literaturtraditionen führten, die zum Teil aus weit entfernten Regionen und Kulturen stammen. Dabei wird sie aufzeigen, welche Besonderheiten Märchen von anderen literarischen Formen unterscheiden und wie sie uns heute noch spiegeln können.
In Kooperation mit der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. Gruppe Wuppertal (GEDOK)