Maria Leitner ist durch Neuauflagen ihrer sozialkritischen Reportagen und Romane in den letzten Jahren wieder in den medialen Fokus gerückt. 1892 im ungarischen Varaždin (heute Kroatien) als Jüdin geboren, wurde sie im Frühjahr 1933 ins Exil vertrieben und verstarb 1942 unter tragischen Umständen in Marseille. Anlässlich des Nachdrucks ihres auf investigativen Recherchen vor Ort beruhenden Romans »Hotel Amerika« von 1930 bezeichnete Volker Weidermann sie als »eine der weltgewandtesten und besten Reporterinnen deutscher Sprache«.
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Gabriele Sander stellt Maria Leitner als seismographische Beobachterin des Berliner Großstadtlebens in der späten Weimarer Republik und kurz nach Beginn des Dritten Reichs vor. Im Mittelpunkt stehen ihre realitäts- und alltagsnahen Reportagen, in denen sie ein breites Spektrum vor allem weiblicher Lebensformen und Reaktionsweisen auf gesellschaftspolitische und private Krisen entfaltet. Zudem nimmt Dr. Gabriele Sander Maria Leitners drei neusachliche Romane in den Blick: »Hotel Amerika« (1930), »Mädchen mit drei Namen. Ein kleiner Berliner Roman« (1932) und »Elisabeth, ein Hitlermädchen«; dieser 1937 in der Exilzeitschrift »Pariser Tageblatt« in Fortsetzungen abgedruckte »Roman der deutschen Jugend« beruht auf ihren Undercover-Reisen durch Deutschland 1934. Die Schauspielerin Julia Wolf liest ausgewählte Passagen aus dem Werk von Maria Leitner.
In Kooperation mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge, der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. Gruppe Wuppertal (GEDOK) und dem Literaturhaus Wuppertal e.V.