Der christliche Antijudaismus gilt theologisch als überwunden – und wirkt doch weiter: in Bildern, liturgischen Formulierungen und Deutungen der Schrift. Seine Denkfiguren reichen bis in moderne Formen des Antisemitismus hinein.
Der Vortrag zeichnet die Geschichte des christlichen Antijudaismus von der Alten Kirche bis in die Neuzeit nach und zeigt, wie tief er sich in Theologie, Kunst und Liturgie eingeschrieben hat. Zugleich fragt er, was es heute bedeutet, dass Kirche und Theologie mit Nostra Aetate (1965) auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil und evangelischen Neuorientierungen wie den Rheinischen Synodalbeschlüssen von 1980 einen klaren Bruch mit antijudaistischen Traditionen formuliert haben.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche Verantwortung tragen Christinnen und Christen heute gegenüber dem Judentum? Die Überwindung des Antijudaismus erweist sich dabei nicht als abgeschlossener Akt, sondern als bleibende Aufgabe der Umkehr, Selbstprüfung und aktiven Verantwortung gegenüber jüdischem Leben.
Die »Hasenberger Gespräche« sind eine gemeinsame Initiative der katholischen und evangelischen Kirchen vor Ort zusammen mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid.