Orangen gehören hierzulande zur kalten Jahreszeit. Aus Italiens Süden kommen sie nach Deutschland. Auf Kalabriens Obstfeldern schuften rund 2.000 afrikanische Wanderarbeiter als Erntehelfer. Sie erhalten dafür nur etwa 30 Euro am Tag. Kein Lohn, der für ein Leben in Würde reicht. Sie hausen in einfachen Hütten, ohne fließend Wasser und Strom. Die Kleinbauern wiederum können ihnen nur Billiglöhne zahlen, weil die niedrigen Preise der Supermarktketten ihnen keine andere Wahl lassen.
Diese Spirale durchbricht „SOS Rosarno“. Der Verein sucht den direkten Kontakt zwischen Obstbauern, Arbeitern und Einkaufsgemeinschaften, damit alle einen fairen Preis erhalten. Außerdem unterstützt SOS Rosarno die Flüchtlingsarbeit der Waldenser Kirche – das Projekt „Mediterranean Hope“.
Die Orangenaktion „Süß statt bitter“ bringt diese Früchte ins Bergische Land und macht damit auf unmenschliche Zustände und moderne Sklaverei bei der Obsternte in Süditalien aufmerksam. Sie zeigt auf, wie fairer Handel gelingen kann und schafft Bewusstsein für alternative Handelsmodelle. Mit dem Ankauf der kalabrischen Orangen leistet die Orangenaktion zudem einen konkreten Beitrag, damit das Projekt S.O.S. Rosarno ein Erfolg wird und viele Nachahmer findet.
Die Aktion wird im Bergischen Land vom lokalen, überwiegend ehrenamtlichen Orangennetzwerk koordiniert.
Referent:innen: Matthias Schmid, Koordinator im Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission und Cornelia Hoffmann, Pfadfinder Grafen von Berg aus Remscheid
In Kooperation mit der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen e.V.