Antisemitismus ist keine Randerscheinung, sondern eine gesamtgesellschaftliche Gefahr und eine Herausforderung für die liberale Demokratie. Antisemitische Einstellungen und Narrative finden sich in unterschiedlichen politischen und sozialen Kontexten und prägen zunehmend auch den öffentlichen Diskurs.
Besonders sichtbar wird dies in digitalen Räumen: Auf Social-Media-Plattformen verbreiten sich antisemitische Inhalte in hoher Geschwindigkeit – in Memes, Kommentaren oder Verschwörungserzählungen. Sie erscheinen teilweise subtil codiert, häufig jedoch auch offen und direkt. Der Nahostkonflikt fungiert dabei oft als Brandbeschleuniger für antisemitische Deutungsmuster.
Auch im politischen Raum zeigt sich, dass Antisemitismus keine Randerscheinung ist. Antisemitische Narrative, Verschwörungserzählungen und Relativierungen nationalsozialistischer Verbrechen greifen um sich. Welche Codes gibt es? Wie lassen sie sich erkennen? Und wie kann man ihnen im öffentlichen Diskurs begegnen?
Die Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.
Ludger Hiepel, Dipl. Theol., ist Akademischer Rat a. Z. am Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und ist zudem Beauftragter der Universität gegen Antisemitismus.
Die »Hasenberger Gespräche« sind eine gemeinsame Initiative der katholischen und evangelischen Kirchen vor Ort zusammen mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid.