In der Hochphase des Imperialismus begann zwischen den europäischen Mächten ab 1880 bis zum Ersten Weltkrieg ein "Wettlauf um die afrikanischen Kolonien". Dies bedeutete für die indigene Bevölkerung Ausbeutung als Arbeitskräfte, Dezimierung durch Konflikte und Krankheiten, Verdrängung ihrer Kultur durch christliche Missionierung.
Bedingt durch die katastrophalen Verluste während des Zweiten Weltkriegs begann spätestens seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Phase der Dekolonisation, da die Großmächte sich ihre Kolonien einfach nicht mehr leisten konnten.
Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen, die ehemaligen Kolonien werden weiterhin in wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten, dienen sie doch dem globalen Norden als Rohstofflieferanten, bzw. Rohstoffproduzenten.
Vier sehr unterschiedliche Texte, die wir diskutieren wollen, beleuchten Etappen dieses Prozesses, besonders unter dem Aspekt der kulturellen Identität der afrikanischen Völker, aber auch der Verantwortung der ehemaligen "Eroberer".
04.09.2026 Joseph Conrad, Herz der Finsternis (Orig. "Heart of Darkness", London 1899), Novelle Zürich 2005.
Kapitän Marlow berichtet seinen Kollegen von erschütternden Erlebnissen, als er als junger Mann den Kongo bei einer Expedition ins Innere Zentralafrikas durchquert.
Ziel der Reise ist die Begegnung Marlows mit dem deutschen Elfenbeinagenten Kurtz, einem gewissenlosen "Herrenmenschen", den er todkrank auf seinem Schiff aufnimmt.