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Kursangebote / Bildungsbereiche BW / Glaube - Sinn - Werte / Glaube - Sinn - Werte - alle Veranstaltungen / Die Kirche muss die Kirche bleiben Die Barmer Theologische Erklärung von 1934 und ihre Aktualität heute

Die Kirche muss die Kirche bleiben

Wem folgt die Kirche eigentlich? Den Erwartungen der Gesellschaft? Den politischen Strömungen ihrer Zeit? Oder dem Zeitgeist, der täglich neue Wahrheiten hervorbringt?

Als die Barmer Theologische Erklärung 1934 entstand, stand genau diese Frage im Raum. Mitten im Druck des Nationalsozialismus widersprachen mutige Christinnen und Christen dem Versuch, Kirche und Glauben für politische Zwecke zu vereinnahmen. Ihr Bekenntnis war ebenso einfach wie radikal: Die Kirche gehört nicht dem Staat, keiner Ideologie und keinem Führer, sondern allein Jesus Christus.


Zum Auftakt der BTE-Woche führt der renommierte Barth-Forscher Prof. Dr. Georg Plasger in Entstehung, Anliegen und Sprengkraft dieses bis heute wegweisenden Textes ein. Im Mittelpunkt steht die erste von sechs Thesen der Barmer Theologischen Erklärung. Sie widerspricht entschieden dem Anspruch anderer Mächte, Weltanschauungen oder Autoritäten, die letzte Orientierung für Leben und Glauben oder gar Kirche zu sein.

Gerade in einer Zeit, in der politische Lager, Identitäten und Ideologien um Deutungshoheit ringen, stellt die erste Barmer These eine unbequeme Frage: Worauf vertrauen wir eigentlich? Und was geschieht, wenn Kirche ihre Orientierung nicht mehr von Christus, sondern von den Lautesten ihrer Zeit bezieht?


Wo Menschen oder Parteien behaupten, allein die Wahrheit zu besitzen, gerät Demokratie in Gefahr. Die erste Barmer These erinnert daran, dass keine politische Ideologie und kein Zeitgeist den Platz einnehmen darf, der allein Gott zukommt. Gerade deshalb bleibt sie ein starkes Plädoyer für Freiheit, Gewissensverantwortung und eine widerstandsfähige Demokratie. Demokratie braucht Menschen, die sich nicht vereinnahmen lassen. Die erste Barmer These ist deshalb nicht nur ein theologisches Bekenntnis, sondern eine Absage an jeden politischen Absolutheitsanspruch. Ihr Impuls ist deshalb so aktuell wie 1934: Kein Führer, keine Partei, keine Ideologie darf zum letzten Maßstab werden. Nur wird die Würde jedes Menschen gewahrt.


Referent: Prof. Dr. Georg Plasger, Universität Siegen

Mo. 05.10.2026, 19.00 - 21.15 Uhr
Referent/in
Prof. Georg Plasger
Ort
Bonifatiushaus Wiehl Bielstein, Florastraße 7, 51674 Wiehl
Gebühr
gebührenfrei
Kursnummer
2622720001
Anmeldung
nicht erforderlich