Wir denken, Hexenverfolgung ist eine furchtbare Episode im Mittelalter. Leider werden aber auch heute noch in 47 Ländern auf der Erde Frauen als Hexen verfolgt, gefoltert und brutal ermordet. Die Schweizer Ordensschwester Lorena Jenal (76) engagiert sich seit fast 50 Jahren in Papua-Neuguinea vor allem im Kampf gegen moderne Hexenverfolgung. Mit Hilfe von missio hat sie ein Schutzzentrum für Frauen aufgebaut. Die mutige Ordensfrau konnte mit ihrem Team bisher 352 Frauen aus den Fängen der Folterer retten.
Wir zeigen in der Ausstellung Fotos der Fotografin Bettina Flitner, die Schwester Lorena bei ihrer Arbeit begleitet hat und hoffen, dass wir auch Sr. Lorena selbst im Rahmen der Ausstellung für einen Vortrag gewinnen können.
In unsere Welt übersetzt heißt „Hexenwahn“ auch: Mobbing, Menschenverachtung, bis hin zu spezifischer Frauenverachtung und Femiziden, die auch bei uns zunehmen. Es beginnt schon mit der Sensibilisierung für Sprache (Hexenschuss, Hexenkessel) über Märchen (Hänsel und Gretel) bis hin zu persönlichen und gesellschaftlichen Ängsten und der Suche nach Sündenböcken und Schuldigen.
Was steht dem entgegen? Bildung, Aufklärung, Respekt, Gleichberechtigung und Menschenwürde.
Wir freuen uns, dass diese Themen von SchülerInnen der Katharina Henoth Schule in einem Kunstprojekt bearbeitet werden. Die entstehenden Arbeiten werden wir parallel zu der Fotoausstellung präsentieren.
Ein umfangreiches Begleitprogramm zu der Ausstellung ist in Vorbereitung.