Papst Leo hat seine erste Enzyklika der Künstlichen Intelligenz gewidmet. Seine Sorge gilt einer allmählichen Entmenschlichung aller Lebensverhältnisse. Dass also zum Beispiel in einer KI-dominierten Welt nur noch Leistung und Perfektion zähle, während die Verlierer auf der Strecke bleiben, oder dass sich das Recht des Stärkeren noch besser durchsetzen lasse. Leo verfolgt hierzu eine klare Linie. Auf eine geradezu liebenswürdig sture Weise hält er an einem positiven, ja liebevollen Blick auf Menschen fest. Immer wieder wird seine hohe Wertschätzung von Menschenwürde, Mitmenschlichkeit und Solidarität deutlich. Damit baut er ein christlich begründetes Gegenbild zu den autoritären, vor allem von KI-Unternehmern aus dem Silicon Valley wie Elon Musk und Peter Thiel verbreiteten Utopien. Nebenbei erfährt man in der Enzyklika auch viel darüber, wie sich Leo die Rolle der Kirche und des Christentums in der modernen Welt vorstellt.
Prof. Armin Grunwald stellt wichtige Aspekte der Enzyklika vor und möchte darüber ins Gespräch kommen.