Der Kapitalismus ist seit einigen Jahrzehnten in vielen Teilen der Welt auf dem Vormarsch. Zugleich wird damit eine neue Herrschaft bis in das Innerste des Subjekts installiert.
Wie im Kapitalismus bestehen, ohne ihm zu verfallen? Im Vortrag wird gezeigt, dass gerade das Christentum Ressourcen hierfür bereithält. Gegen die „gewinnorientierte Verwaltung der Welt“ hat das Christentum die paradoxen Spannungen menschlicher Existenz freizulegen: zwischen Jetzt und Noch-nicht, Individuellem und Gesellschaftlichem, Freiheit und Gnadenbedürftigkeit. Das geht nur situativ, risikoreich und als offenes Freiheitsprojekt. Diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen, vielfältig und leicht zugänglich, ohne Integrationspflicht, ist eine zentrale Aufgabe des Christentums heute.