Am 7. Oktober 2023 startete die Terror-Organisation Hamas ein Massaker an der Zivilbevölkerung Israels. Es schlug ein neues Kapitel in einem Konflikt auf, der seit über 80 Jahren nicht arm an Grausamkeiten ist. Das Massaker wurde von langer Hand geplant und erfüllt einen bestimmten Zweck, argumentiert die Dresdner Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler. Es dient der zweifachen Beschädigung des Staates Israels. Innenpolitisch ist die Regierung blamiert, deren Versprechen es immer war, dass Jüdinnen und Juden aus aller Welt in Israel eine sichere Heimat haben können. Der 7. Oktober markiert das Ende jeder Sicherheit. Außenpolitisch ist Israel nach und nach isoliert. Gerade die antiimperialistische, antikolonialistische und queerfreundliche Linke des Westens wandte sich ab. Im Gespräch mit der Journalistin Annette Hager analysiert Marina Münkler die Folgen des 7. Oktober 2023.
Marina Münkler, geboren 1960, ist Professorin für ältere und frühneuzeitliche Literatur und Kultur an der TU Dresden. Sie ist Leiterin des Teilprojekts »Das Ethos der Freundschaft. Diskurse und Narrationen von Gemeinsinn in der mittelalterlichen Literatur«. Seit Juli 2017 ist sie Teilprojektleiterin und stellvertretende Sprecherin im Dresdner Sonderforschungsbereich: »Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung«. Marina Münkler schreibt auch zu aktuellen politischen Themen, so am 7. Oktober 2024 in der Süddeutschen Zeitung zum Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023, am Jahrestag dieses Massakers. Darin äußerte sie, es habe sich nicht um Widerstand gegen Israel und puren Blutrausch der Hamas gehandelt, sondern um eine »imperiale Geste ihres Willens zur Vernichtung der Juden«.
In Kooperation mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge, der Bergischen Volkshochschule und der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Wuppertal e.V.