Die Bibel hilft, Gott mit neuen Augen zu sehen. Besonders die Psalmen sind eine Schule des Glaubens und des Betens. An Tagen voller Freude und Dankbarkeit wendet sich der Psalmist an Gott: „Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott“ (Psalm 43). Aber auch in rasender Wut und voll maßloser Rachsucht schreit er zu Gott: „O Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Mund! Zerschlage, Herr, das Gebiss der Löwen!“ (Psalm 58)
Es gibt Texte, die aus großer Enttäuschung geschrieben sind: „Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe“ (Psalm 22). Andere sind Zeichen grenzenlosen Vertrauens: „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir“ (Psalm 23). In den Psalmen grübelt der Mensch: „Hat Gott seine Gnade vergessen?“ (Psalm 77) oder er bestürmt Gott: „Wach auf! Warum schläfst du, Herr?“ (Psalm 44). In der Bibel sind 150 Psalmen gesammelt